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Nachtaufnahmen

 

Im Laufe der Jahre bildete sich bei mir eine ganz besondere Vorliebe für Langzeitbelichtungen heraus.
Zuhause und im Auto sind Stative immer griffbereit, sogar in der Fototasche befindet sich immer eine Fixiermöglichkeit, denn: Bei Langzeitbelichtungen darf die Kamera nicht bewegt werden, da die Bilder sonst verwackeln. Dafür haben sie stets einen ganz besonderen Charme.

 

Halt Still!

Das oberste Gebot für gelungene Langzeitaufnahmen ist ein sicherer, bewegungsfreier Halt.

Ob die Kamera irgendwo drauf steht oder auf einem Stativ befestigt ausgelöst wird, ist dabei egal, so lange der Bildausschnitt stimmt und die Kamera ohne Bewegung und Erschütterung ausgelöst wird.

 

Bei Stativen muss jeder für sich den Kompromiss aus Gewicht und Flexibilität finden. Carbonstative sind sehr leicht zu transportieren, neigen bei Wind und anderen äußeren Einflüssen aber zur Verwacklung.

Schwere Stative stehen sicher, müssen aber auch zu jedem Shooting getragen werden.

Ideal sind in meinen Augen solche Stative, die an der Unterseite der Mittelstange einen Haken besitzen, an dem ein Gewicht (z.B. Kameratasche) zur Stabilisierung eingehägt werden kann. Hier tut es im Notfall sogar eine Tüte Sand oder Steine.

Was die Auswahl an Fixiermöglichkeiten angeht, ist bei Stativen keine Grenze in Sicht. Wobei das klassische Dreibein nur eine Bauform eines Statives darstellt.

Der Markt gibt Flaschen-Stative (so wird eine Sekt-Flasche zum Stativ), Klemmstative zum festschrauben, Gorillapods mit biegsamen Beinen zum festklemmen oder stellen, Bohnensack-Beutel (The Pod), Mini-Faltstative, etc. her und hier muss jeder für sich selbst die sinnvollste Lösung finden.

In meinen Augen ist ein vernünftiges Stativ mit einer der Körpergröße des Fotografen entsprechenden Höhe das wichtigste. Als nächstes kommt der Kopf, hier verwende ich mit besonderer Vorliebe einen Pistolengriff-Kugelkopf. Hier gilt besonders: You Get What You Pay. Stative überdauern meist mehrere Kameragenerationen, daher empfehle ich hier von Sonderangeboten abzusehen und sich bei dem Hersteller Manfrotto umzusehen, ggf. wären gebrauchte Stative so manchem neuen Produkt in Punkto Qualität, Standfestigkeit und Haltbarkeit überlegen.

Schon das Betätigen des Auslösers kann zu Verwacklungen führen, hier helfen der Selbstauslöser der Kamera oder eine zur Kamera kompatible (IR) Fernbedienung.

Verwacklungen entstehen durch Windböhen, die Kamera und Stativ erwischen, aber auch durch Bewegungen des Untergrundes, wie sie bei Brücken oder in der Nähe großer Maschinen oder Gewässer auftreten.  

 

 

Das Motiv

Bei der Auswahl der Motive selbst, sind kaum Grenzen gesetzt. Sterne, Lichter, Gebäude aber auch Gewässer oder sich bewegende Dinge können sehr schöne Aufnahmen ermöglichen.

Schon ein einfaches Landschaftsbild kann im Glanz der Sterne, dem Licht des Mondes oder den Lichtern von Gebäuden und Fahrzeugen ein ganz anderes, fazninierendes Foto ergeben.

Wer mit einer Lampe während der Belichtung durch das Bild läuft, hinterlässt eindrucksvolle Spuren.
Die besten Ergebnisse habe ich mit LED-Lampen mit tageslichtweißer Leuchtfarbe oder Wunderkerzen erzeugen können. Hier ist Kreativität und Geduld gefragt. 

 

Bei Feuerwerken würde ich eine Belichtungszeit zwischen einer und zehn Sekunden wählen und im Serienbildmodus auf leicht erhöhten ISO-Werten Dauerfeuer geben, da man vor der Aufnahme nicht abschätzen kann, wie sich die Explosion der Lichter genau abspielt. Der Standort, der die Komposition aus Landschaft und Feuerwerkskulisse bestimmt, ist dabei mindestens genau so wichtig.

 

 

Die Technik

Bei Langzeitbelichtungen kommen hochwertige Kameras und teure, lichtstarke Objektive besonders zur Geltung. Wer "nur" Objektive besitzt, die mit einer Blende 8 vernünftig abbildet, wird hier wenig Spaß haben aufgrund der sehr langen Belichtungszeiten. Zum Schnuppern oder für zwischendurch langt es aber alle mal.

Als Fausregel und Erfahrungswerte kann ich nur empfehlen, neben dem Selbstauslöser niedrige ISO-Werte zu verwenden und den Sucher der Kamera mit einem dunklen Tuch abzudecken.

Grundsätzlich versagen alle mir bekannten Automatiken sämtlicher Kameras, sodass man in den manuellen Modus (M) wechseln muss.

Wer es einfach mal Abends an einer durchschnittlich beleuchteten Straße ausprobieren möchte, nehme seine Kamera und nimmt folgende Einstellungen vor: M (manueller Modus), F 3,5 / ISO 100 Belichtungsdauer 15 Sekunden, Selbstauslöser.

 

Wichtig: Bildstabilisatoren an Objektiv und ggf. Kamera abschalten (VR bei Nikon (Vibration Reduction), OS  bei Sigma (Optical Stabilisation), VC bei Tamron (Vibration Compensation) und IS bei Canon (Image Stabilizsation)). 


Ist die Kamera nun auf einem Auto, Briefkasten etc. abgelegt und wird ausgelöst, entsteht eine typische Nachtaufnahme. Je nach Kameramodell, gewählter Einstellungen und der Belichtungsdauer wird die Kamera direkt nach der Aufnahme selbst noch eine Dark Frame Substruction (DFS) durchführen und dafür ein sogenanntes Dunkelbild erzeugen und somit Fehler (Rauschen, Sticky Pixel, Sensorglühen) aus dem Bild herausrechnen. Man muss also nach der Aufnahme des Bildes noch ein wenig Geduld haben, da sich dadurch die effektive Belichtungszeit auf das Doppelte erhöht. Dies ist aber unausweichlich, da man sionst nur ein extrem verrauschtes Bild erhält. Die Kamera sollte währenddessen auf keinen Fall ausgeschaltet werden.

 

In der Regel aber lohnt sich das Warten sehr.

Viel Erfolg!

 

 

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